Am Dienstag, dem 19. März, trat das Auswahlkomitee für die Gestaltung des luxemburgischen Pavillons auf der 19. Architekturbiennale in Venedig zu einer zweiten Runde zusammen. Aus den drei verbleibenden Kuratorenteams wählte die Jury das Projekt „Sonic Investigations“ von Mike Fritsch, Alice Loumeau und Valentin Bansac, um Luxemburg im Jahr 2025 auf der Architekturbiennale in Venedig zu vertreten.

Die Jury möchte den drei Finalteams der ersten Runde für die Qualität der eingereichten Projekte sowie die Relevanz der darin behandelten Themen danken. Alle drei Teams haben Vorschläge eingereicht, die auf einer tiefgreifenden Kenntnis und fundierten Analyse des luxemburgischen Territoriums beruhen und zugleich auf zeitgenössische Probleme und Herausforderungen eingehen.

Nach einem ausführlichen und ergiebigen Austausch entschied sich die Jury einstimmig, die Gestaltung des luxemburgischen Pavillons auf der 19. Architekturbiennale von Venedig an Mike Fritsch, Alice Loumeau und Valentin Bansac mit dem Projekt „Sonic Investigations“ zu vergeben.

„Sonic Investigations“ greift die akustische Praxis der Anthropozän-Forschung auf, um durch verschiedene Umgebungen, Orte sowie eine Vielzahl von Stimmen eine einfühlsame Erkundung des luxemburgischen Hoheitsgebiets vorzunehmen. Indem es die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf unsere Ökosysteme hörbar macht, stimuliert das Projekt unsere Bereitschaft zum Zuhören und gestaltet so ein neues Prisma zum Verständnis des Territoriums.

Das Projekt beleuchtet weitreichende zeitgenössische Probleme im Zusammenhang mit bebauten Gebieten und stellt unser normatives Verständnis von Territorien infrage. Dazu zieht es fundierte Dokumentationen und Referenzen heran und kann durch seine sowohl konzeptuelle als auch kuratorische Kohärenz überzeugen. Das Konzept für Forschung und Raumgestaltung wird von dem Wunsch geleitet, neue Werkzeuge zum Verständnis der gebauten Umwelt zu erproben und zu teilen. Des Weiteren sah die Jury Möglichkeiten zur Schaffung eines fruchtbaren und positiven Dialogs bezüglich der Architektur und der ihr verwandten Disziplinen.

Statement des künstlerischen Teams
Sonic Investigations ist ein ambitioniertes, radikales und immersives Konzept, das dazu einlädt, sich auf den Klang zu konzentrieren. In unserer heutigen, mit Bildern übersättigten Gesellschaft verdrängt das Sehen unsere weiteren Sinne, die wir jedoch zur vollständigen Erfassung der unsichtbaren Dynamiken unserer sensiblen Beziehung zu den Territorien dringend benötigen. In Anlehnung an das stille Werk 4’33‘‚ von John Cage ist dieses Projekt eine Einladung, die Augen zu schließen und aktiv zuzuhören. Als Gegenentwurf zur Hegemonie des Visuellen schafft der Akt des Zuhörens neue Möglichkeiten zur Erforschung konstruierter und natürlicher Umgebungen und zielt darauf ab, unsere Aufmerksamkeit zu verlagern und auch dem nicht menschlichen eine Stimme zu geben.

Im Rahmen einer praktischen und theoretischen Forschung dient das Projekt als Werkzeug, um das dicht besiedelte Gebiet Luxemburgs, in dem sich die Klänge biologischer, geologischer und anthropogener Einheiten in der komplexen Klanglandschaft des Anthropozäns vermischen, neu zu erforschen. Es zeigt Wege auf, um die Verflechtungen spezifischer zeitgenössischer Situationen in Luxemburg neu zu beleuchten. Als ungewohnte Raumerfahrung bietet das Hören die Möglichkeit, Erfahrungen jenseits des Optischen zu enthüllen und neue Überlegungen sowie sensorische Ansätze für architektonische Praktiken entstehen zu lassen.

Biografien des künstlerischen Teams
Der luxemburgische Architekt, Stadtplaner und Lehrer Mike Fritsch ist sowohl in Luxemburg als auch in Frankreich tätig. Nach mehreren Jahren beim OMA in Rotterdam nimmt sich Mike in Zusammenarbeit mit dem AUC großflächiger Transformationsstrategien und architektonischer Reparaturarbeiten an. Parallel dazu unterrichtet er an der ENSA-Marseille, wo er anhand von sozialen Adaptationen und Interaktionen mit dem „bereits Dagewesenen“ neue territoriale Narrative untersucht.

Alice Loumeau ist eine franko-kanadische Architektin, Forscherin und Kartografin. Anhand von Literatur und Kartografie führt sie räumliche Untersuchungen durch und erforscht die sich verändernden Territorien des Anthropozäns.  Alice ist Absolventin des von Bruno Latour geleiteten Masterstudiengangs Expérimentation en Arts Politiques am Institut d’Etudes Politiques de Paris (Sciences Po). Als Architektin wurde sie bereits in Rotterdam bei OMA/AMO, in Paris und London tätig und wirkt an Ausstellungen, Veröffentlichungen und Residenzen mit, darunter 2024 in der Villa Albertine in Marfa, USA.

Der französische Architekt, Forscher und Fotograf Valentin Bansac arbeitete bereits mit Rem Koolhaas bei OMA/AMO, wo er an dem Forschungs- und Ausstellungsprojekt Countryside, the future im Guggenheim in New York mitwirkte. Valentin ist Absolvent des von Bruno Latour geleiteten Masterstudiengangs Expérimentation en Arts Politiques am Institut d’Etudes Politiques de Paris (Sciences Po). Derzeit leitet er ein zweijähriges Forschungsprojekt mit dem Titel Domesticated Foodscapes an der EPFL und nimmt am von der Stiftung TBA21 für zeitgenössische Kunst in Madrid organisierten Programm Organismo: Art in Applied Critical Ecologies teil.

Im Jahr 2022 zählten Alice und Valentin zu den Mitinitiator:innen des rhizomatischen Gemeinschaftsprojekts MATTERS.xyz, das neue territoriale Narrative durch interdisziplinäre Allianzen und die Akkumulation von Medien erforscht.

Für die zweite Runde qualifizierte Kuratorenteams

Die Jury

Seit mehreren Jahren arbeiten Kultur | lx – Arts Council Luxembourg und das Festival Like A Jazz Machine zusammen, um die luxemburgische Jazzszene zu fördern. Am 10. und 11. Mai lädt Kultur | lx eine Delegation von Fachleuten aus dem Ausland ein, um die luxemburgischen Künstler des Festival Line-up zu entdecken.

Like A Jazz Machine präsentiert die nicht mehr ganz so neuen Newcomer Jambal und LINQ, die frischen Wind in die lokale Szene bringen, sowie die Zusammenarbeit des Saxophonisten Maxime Bender mit dem Produzenten Napoleon Gold. Das Festival präsentiert ausserdem die Ergebnisse von drei Residenzen, die starke Komponenten des Festivals sind: die Zusammenarbeit der Vokalistin Claire Parsons mit dem Schlagzeuger Ziv Ravitz und dem Gitarristen Eran Har Even, das neue Projekt On the Edge des Trompeters Daniel Migliosi mit seinem Quintett sowie die Wiedervereinigung von Pascal Schumacher, Greg Lamy, Marc Demuth und Jeff Herr, vier bekannte Namen der luxemburgischen Szene. Zum krönenden Abschluss wird Michel Meis mit seinem Projekt Kolibri das Publikum bis in die Nacht hinein zum Tanzen bringen!

Wie bei jedem von Kultur | lx organisierten Fokus erwartet die eingeladene Delegation die Möglichkeit, diese Künstler (wieder) zu entdecken und an Networking-Aktivitäten teilzunehmen, um die luxemburgischen Jazz-Fachleute, Programmgestalter und Künstler zu treffen. Unter anderem wird Kultur | lx am 11. Mai 2024 ein Speedmeeting organisieren, bei dem die luxemburgische und die internationale Delegation miteinander ins Gespräch kommen und sich über zukünftige Möglichkeiten der Verbreitung und Zusammenarbeit austauschen können.

Entdecken Sie das vollständige Programm des Festivals hier.

Zum zweiten Mal kehrte Luxemburg mit einem nationalen Stand auf die Leipziger Buchmesse zurück, der das Engagement des Landes bezeugt, seine literarischen Kreationen auf der internationalen Bühne zur Geltung zu bringen. Sieben luxemburgische Verlage (Capybarabooks, Éditions Guy Binsfeld, Editions Phi, Hydre Éditions, Kremart Edition, Op Der Lay und Point Nemo Publishing) stellten auf der Veranstaltung, die mehr als 88.000 Besucher anzog, ihre Neuerscheinungen vor.

Kultur | lx – Arts Council Luxembourg möchte das literarische Schaffen in Luxemburg hervorheben, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der deutschsprachigen Literatur liegt, während Französisch und Luxemburgisch einen prominenten Platz in den Regalen des Standes einnehmen, was unweigerlich die Neugierde des Publikums und der anwesenden Fachleute weckte. Der gesellige Austausch am Stand verdeutlicht die dynamische Atmosphäre der Leipziger Buchmesse, in der Neugier und Leidenschaft für Literatur zusammenfließen.

Ulrike Bail, Raoul Biltgen und Guy Helminger wurden bei einer Leseveranstaltung am Samstag, den 23. März um 21.00 Uhr in die naTo im Rahmen des offiziellen Programms von Leipzig Liest ins Rampenlicht gerückt. Die deutsche Literaturkritikerin und Journalistin Katrin Hillgruber moderierte die Veranstaltung, die eine weitere Gelegenheit bot, luxemburgische Autoren aus der Perspektive eines Außenstehenden kennen zu lernen.

Im Rahmen seiner Mission, luxemburgische Künstler zu fördern und zu verbreiten, wird Kultur | lx – Arts Council Luxembourg das dritte Jahr in Folge auf der Fachmesse jazzahead! in Bremen, Deutschland, vertreten sein.

Vom 11. bis 13. April wird eine Delegation aus Musikern, Managern und Programmgestaltern der luxemburgischen Jazzszene am Stand „Jazz From Luxembourg“ (6B50) vertreten sein, der ein unumgänglicher Treffpunkt für alle Akteure der luxemburgischen Jazzszene sein wird. Hier haben sie die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, Ideen auszutauschen, mit internationalen Fachleuten zu sprechen und ihre laufenden und zukünftigen Projekte vorzustellen.

Im Jahr 2023 versammelte jazzahead! 3000 Teilnehmer aus 60 verschiedenen Ländern. Als zentrale Plattform für die Jazzbranche bietet die Veranstaltung, die jedes Jahr in Bremen stattfindet, Gelegenheit zum formellen und informellen Networking sowie zu Showcases und Konferenzen

Außerdem wurde eine Broschüre veröffentlicht, in der alle luxemburgischen Akteure vorgestellt werden.

Wir würden uns freuen, Sie während der Messe an unserem Stand 6B50 und zum Networking-Empfang am 12. April um 16:00 Uhr begrüßen zu dürfen!

Das Projekt A Comparative Dialogue Act des luxemburgischen Künstlers Andrea Mancini und des multidisziplinären Kollektivs Every Island repräsentiert den Luxemburgischen Pavillon auf der 60. Biennale von Venedig.

Mit einer Reihe von Werken, in denen verschiedene Künstler:innen ihr Ego zugunsten einer tiefgreifenden Erforschung der kollektiven Kreativität durch das Medium des Klangs ablegen, bricht das Projekt des Luxemburgischen Pavillons mit dem Konzept der individuellen künstlerischen Urheberschaft.

A Comparative Dialogue Act setzt den Klang als Werkzeug ein, um unterschiedliche Perspektiven auf Identität und künstlerische Forschung zu erkunden. In dieser beispiellosen Zusammenarbeit treffen vier aufstrebende Künstler:innen mit unterschiedlichen Hintergründen aufeinander: die spanische Musikerin und Performerin Bella Báguena, die französische transdisziplinäre Künstlerin Célin Jiang, die in Ankara geborene Performance-Künstlerin Selin Davasse sowie die schwedische Künstlerin Stina Fors. Ihre vier sich überschneidenden Ansätze entfalten vielfältige Möglichkeiten, um Knotenpunkte zwischen Identität, Performance und Klang zu erschaffen. Báguena bewegt sich im Bereich der Geschlechteridentität und erzeugt von Intuition, Motivation und verschiedenen Einflüssen aus der Popkultur sowie persönlichen Erfahrungen inspirierte Klänge. Jiang verfolgt einen dekolonialen, cyberfeministischen Ansatz, in dem Kunst, Technologie und digitale Geisteswissenschaften aufeinandertreffen und im Kontext einer transkulturellen Ästhetik zum Hinterfragen der Identität anregen. Durch die Umgestaltung literarischer und performativer Techniken verkörpert Davasse verschiedene weibliche Tiere mit unterschiedlichen syntaktischen, stimmlichen und gestischen Merkmalen und ergründet damit eine spekulative Ethik der Gastfreundschaft. Fors schließlich nutzt Choreografie, Performance, Trommeln und Gesang, um den Tiefen eines „klingenden Körpers“ auf den Grund zu gehen. Zwischen letaler Gewalt und verführerischer Anziehungskraft entfesselt sie eine kraftvolle Stimme und verdeutlicht so die Komplexität des eigenen Ichs. So führt A Comparative Dialogue Act individuelle Visionen zu einem Klangkunstwerk zusammen, das die Grenzen der zeitgenössischen Kunstproduktion verschwimmen lässt.

Diese Ausstellung erforscht die transformative Kraft des Klangs als Medium für Verbundenheit und Verständnis. Sie zielt darauf ab, die durch eine singuläre Sichtweise gesetzten Grenzen zu überschreiten, die dem Klang ein mitunter ungeahntes Potenzial der Interpretation, Verfremdung und Aneignung zukommen lassen.

 

Ausführende Künstler:innen

Selin Davasse
Residenz: 15. bis 21. April
Selin Davasse (geb. 1992 in Ankara) lebt und arbeitet in Berlin. Im Rahmen ihrer Performances setzt sie unterschiedliche literarische und performative Techniken ein, die eine spekulative Ethik der Gastfreundschaft zwischen einer bestialischen weiblichen Fremden und einem heterogenen Publikum inszenieren und letztlich erzwingen. In einer durchlässigen und unvorhersehbaren Beziehung zum Zuschauenden verkörpert sie verschiedene narrative Selbste mit unterschiedlichen syntaktischen, stimmlichen und gestischen Merkmalen und verwandelt Gedankensysteme in intime, spielerische Äußerungen, die zwischen Sprache und Gesang oszillieren. Zu ihren jüngsten Schauplätzen zählen steirischer herbst, Graz (2023); Institute for Contemporary Arts, London (2023); Hangar Bicocca, Mailand (2023); Art Encounters Biennial, Timișoara (2023); Kunsthalle Bratislava (2022); Wiener Festwochen, Wien (2022); BJCEM – Biennale des Jeunes Créateurs de l’Europe et de la Méditerranée, Procida (2022); School of Waters, MEDITERRANEA19 Young Artists Biennale, San Marino (2021); Volksbühne, Berlin (2021); KW Institute for Contemporary Art, Berlin, (2021).
Instagram: @radicalized_faghag

Célin Jiang
Residenz: 24. bis 30. Juni
Die französische Künstlerin und Forscherin Célin Jiang zielt mit ihren transdisziplinären, politischen und ungefilterten Arbeiten darauf ab, die Beziehung zwischen Kunst, Technologie und digitalen Geisteswissenschaften zu durchleuchten. Der dekoloniale Ansatz ihrer Arbeit ist im Cyberfeminismus verwurzelt. Als Verfechterin der Interoperabilität stellt sie unsere Wahrnehmung von Identitäten in einem globalisierten Kontext transkultureller Ästhetik infrage und betrachtet die Hybridisierung als einen sensiblen Vektor der Metamorphose: Wie funktioniert das dissidente Potenzial künstlerischer Ausdrucksformen im phygitalen Zeitalter der sozialen Netzwerke? Célins Werke wurden kürzlich in den folgenden Stätten gezeigt: Cité Internationale des Arts, Paris (2023); Bourse de commerce | Pinault Collection, Paris (2023); Fondation Pernod Ricard, Paris (2023); Biennale Internazionale Donna, Triest (2023); Château de Montjuïc, Barcelona (2023); Villa Arson, Niza (2023); VSRL, New York (2023); Fondation Fiminco, Romainville (2022).
Instagram: @bis0u.magiqu3

Stina Fors
Residenz: 18. bis 28. Juli
Die Choreografin und Performance-Künstlerin Stina Fors (geb. 1989 in Schweden) hat einen Sinn für das Absurde und Seltsame. Sie kreiert unvorhersehbare, einmalige Performances und geht als autodidaktische Schlagzeugerin und Eindruck hinterlassende Sängerin als Ein-Frau-Punk-Band Stina Force auf Tour. Jeder ihrer Auftritte ist ein Unikat. Ihr jüngstes Werk „A Mouthful of Tongues“ vereint Magie, Bauchreden und Schreie – und scheint die Stimme der Interpretin von ihrem Körper zu lösen. Fors‘ Arbeiten sind voller Spannung, Scharfsinn und roher Kraft. Im Unterricht gibt sie den Zugang zu einer extremen Stimmgewalt auch an andere weiter. Stina Fors studierte Choreografie an der SNDO in Amsterdam und lebt derzeit in Wien, Österreich. Unter ihren jüngsten Auftritten finden sich CA2M, Móstoles (2023); Centrale Fies, Dro (2023); MDT, Stockholm (2023); Nobody’s Indiscipline, Mailand (2023); Secuencia#2/Fabra i Coats, Barcelona (2023); Steinsland & Berliner, Stockholm (2023); TQW, Wien (2023); Wiener Festwochen, Wien (2023); Brut Wien, Wien (2022); Campo, Gent (2022); Inkonst, Malmö (2022).
Instagram: @stinaforce

Bella Báguena
Residenz: 9. bis 15. September
Bella Báguena (geb. 1994 in Valencia) ist eine trans und nicht binäre Frau, die mit Musik, Performance, Schmuck und weiteren Medien arbeitet. Im Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens steht eine geschlechtsspezifische Selbstuntersuchung, die anhand eines intuitiven und emotionalen Prozesses erfolgt. Durch ihre Stimme, Körperbewegung und Identität sowie verschiedene Objekte, Räume und Technologien erschafft Bella Báguena Klang-, Video-, Skulptur- und Performancewerke, in denen die emotionale Spannung und die mentale Belastung der Identität der Transfrau als Schlüssel wirken. Zu ihren jüngsten Performances zählen Trauma Bar, Berlin (2023); Teatro Academico Gil Vicente, Coimbra (2023); A10 Exhibition x Injuve, Valencia (2023); Rokolectiv, Bukarest (2023); Ex Aterriza. Las Cigarreras, Alicante (2023); Construction Festival, Dresden (2023); Systema, Marseille (2023); Palais de Tokyo, Paris (2022); Dakota By Night. Nieuw Dakota, Amsterdam (2022); Shape+ Platform. Meet Factory, Prag (2022).
Instagram: @xbellaxbaguenax

Im Rahmen der 60. Biennale von Venedig hat das luxemburgische Kulturministerium Kultur | lx – Arts Council Luxembourg als Kommissar und Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean als Organisator des Luxemburgischen Pavillons ernannt.

Durch das luxemburgische Kulturministerium ernannter Kommissar: Kultur | lx – Arts Council Luxembourg
Organisation: Mudam Luxembourg – Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean
Kurator: Joel Valabrega (mit Unterstützung von Nathalie Lessure)
Ausstellende: Andrea Mancini & Every Island
Ausführende Künstler:innen:
Selin Davasse | Residenz: 08 – 21 April | Aufführungen: 17. – 21. April
Célin Jiang | Aufenthalt: 24 – 30 Juni | Aufführungen: 29. – 30. Juni
Stina Fors | Aufenthalt: 18 – 28 Juli | Aufführungen: 27. – 28. Juli
Bella Báguena | Aufenthalt: 09 – 15 September | Aufführungen: 13. – 14. September

Die Ausstellung ist während der Residenzzeiten zu den Öffnungszeiten des Arsenale für die Öffentlichkeit zugänglich.

Nach 6 vergebenen Stipendien in den Bereichen Bildende Kunst an Vera Kox, Eric Schumacher, Yann Yannicchiarico, Anne-Mareike Hess und Elisabeth Schilling im Bereich der Darstellenden Kunst und Albena Petrovic im Bereich Musik, haben die Auswahlkomitees von Kultur | lx – Arts Council Luxembourg im Jahr 2023 5 Stipendien im Bereich der Bildenden Kunst verliehen:

• Baltzer Bisagno: Dove ? Perché ? Per chi ?
In der aktuellen Entwicklung des künstlerischen Schaffens des Duos Baltzer Bisagno hat sich ein Zyklus vollendet, und während er noch im Gange ist, zeigen sich andere Wege oder werden klarer. Es ist daher grundlegend, ja sogar konstitutiv, diese sechsjährige Periode der Forschung und wichtiger Realisierungen als Akt der Sedimentation der bis dahin geführten Fragestellungen unter einer komplexen kritischen Perspektive zu verzeichnen. Es zeigt sich, dass ein Buch einen Wendepunkt in der Schaffenszeit darstellt, was den Prozess und die Ziele betrifft. Es ist ein Werk.
Die Zusammenarbeit mit Autorinnen und Kuratorinnen wird neue Wege skizzieren, wie sie das Werk Arabesque aufzeigt.

• Ivana Cekovic
Mit der Herausgabe eines 120-seitigen dreisprachigen Katalogs (Englisch, Französisch und Serbisch) möchte Ivana Cekovic einen Überblick über die verschiedenen Perioden ihres Schaffens bieten, darunter malerische Forschungszyklen, Videoarbeiten und interdisziplinäre Stadtprojekte, die nicht nur ihre künstlerische Karriere, sondern auch die Geschichte Luxemburgs geprägt haben.
Mit Beiträgen von Dr. Harry Lehmann, Philosoph und Forscher an der Universität Luxemburg, Anastasia Chaguidouline, Künstlerische Leiterin des Cercle Cité, Dr. Nikola Suica, Professorin an der Fakultät für Schöne Künste*, Universität der Künste, Belgrad, ehemalige Vorsitzende des Verwaltungsrats des Museums für zeitgenössische Kunst in Belgrad, Ante Glibota (1945-2020), Kunst- und Architekturhistoriker, Vizepräsident der Europäischen Akademie der Wissenschaften, Künste und Literatur.

• Catherine Lorent: RELEGATION SOUNDS
RELEGATION SOUNDS, Ton-Sonderedition und Online-Dokumentation zum 10-jährigen Jubiläum von Catherine Lorents RELEGATION im Luxemburger Pavillon, 55. Biennale von Venedig 2013.
RELEGATION wurde erstmals auf der 55. Biennale von Venedig 2013 als Einzelausstellung im luxemburgischen Pavillon gezeigt und feiert 2023 sein zehnjähriges Jubiläum. Catherine Lorent möchte ein Remake in Form einer Tonpublikation und einer Online-Dokumentation zusammenstellen – in Zusammenarbeit mit dem Performer Natasa Grujovic (Akkordeon), Martin Eder (Gitarre) und Christian Neyes (Toningenieur).

• Arny Schmit: Beyond Nature
Anlässlich seiner Ausstellung Beyond Nature in der Galerie Reuter Bausch hat Arny Schmit ein Buch mit dem gleichnamigen Titel herausgegeben.

• Trixi Weis
Obwohl die Werke der Künstlerin seit Beginn ihrer Karriere 1994 in rund 40 Katalogen und Magazinen zu sehen waren, wurde noch nie eine monografische Publikation herausgegeben. Mit dieser Publikation hofft sie, den Faden ihrer Arbeit in einem Buch festhalten zu können.

 

Kürzlich erschienen

Cover My Opera World by Albena Petrovic

My Opera World von Albena Petrovic, L’octanphare, 25€
Albena Petrovic, die 2022 das Stipendium für die Dokumentation von Künstler:innen erhielt, veröffentlichte ihr Buch im November 2023 und öffnete damit die Tür zu ihrem künstlerischen Universum durch die Expertise und den Blick von Journalisten, Musikwissenschaftlern und Forschern. Dieses Buch lässt sich mit den Augen, den Ohren und dem Tastsinn erkunden, für alle, die die kreative Unermesslichkeit von Albena Petrovics stimmlichem, entschieden weiblichem und zeitgenössischem Werk entdecken, verstehen und erforschen wollen.

Im Bereich Literatur und Verlagswesen berät und unterstützt Kultur | lx ausländische Verleger und Fachleute aus dem Buchsektor, die zur Entwicklung und Verbreitung der luxemburgischen Autor*innen und des literarischen Schaffens beitragen möchten.

Insbesondere zwei Unterstützungen, die Förderung von Publikationen und die Förderung von Übersetzungen, richten sich an ausländische Verlage:

Die Förderung von Publikationen für luxemburgische Autor:innen bei ausländischen Verlagshäusern (kommerzielle Unternehmen oder gemeinnützige Organisationen) zielt darauf ab, in Luxemburg entstandene Werke international bekannt zu machen und soll zur internationalen Verbreitung des luxemburgischen literarischen Schaffens beitragen.

Mit der Förderung von Übersetzungen soll ein Beitrag zur Entwicklung und Verbreitung des literarischen Erbes Luxemburgs durch die Unterstützung ausländischer Verleger:innen und Theaterstrukturen (Aufführungsorte, Produzent:innen) bei der Übersetzung luxemburgischer Literatur geleistet werden.

Folgende Textgattungen sind förderfähig: Anthologie; Comcis und grafische Romane; Biografie; Drama; literarescher Essay; Kinder- und Jugendliteratur; Poesie; Prosa

Die nächsten Fristen für die Einreichung von Projekten sind: 27. Juni und 5. Dezember 2024.

Sämtliche Anträge werden durch das Auswahlkomitee für Literatur und Verlagswesen geprüft.

Neue Übersetzungen und literarische Neuerscheinungen unterstützt durch Kultur | lx

Mit der Förderung von Übersetzungen und von Publikationen von Luxemburger Autor*innen bei ausländischen Verlagen ermöglicht Kultur | lx Leser*innen in anderen Ländern Zugang zur luxemburgischen Literatur.

Entdecken Sie die jüngst übersetzten und unterstützten Werke aus dem Großherzogtum:

Bulgarien
Nathalie Ronvaux, Le Chesterfield du Cinquième (Éditions Guy Binsfeld, 2021)
Veröffentlicht bei Aviana Publishing House (2023)
Übersetzt von Krasimira Kirova

Brasilien
Jean Portante, Depois do Tremor, Editacuja Editora, 2023

Deutschland
Bernd Marcel Gonner, Re-belln, KILLROY media Verlag, 2024

Frankreich
Robert Weis, Retour à Kyoto, Transboréal, 2023
Emile Hemmen, A l’écoute du sablier, Editions Folle Avoine, 2023
Jean Portante, Œuvres Poétiques Tome 2, La rumeur libre éditions, 2024
Hélène Tyrtoff, Retours de lignes, APIC, Frühjahr 2024

Italien
Jean Portante, Concezioni, Edizione Kolibris, 2023
Paul Mathieu, Le Temps d’un souffle, Bilinguale Ausgabe, Edizione Kolibris, 2024
Jean Portante, L’étrange langue (Éditions Le Taillis Pré, 2002)
Veröffentlicht bei Edizione Kolibris (2023)
Übersetzt von Chiara De Luca

Mexiko
Jean Portante, Diario de un olvidador intimo, Mantis Editores, 2023
Jean Portante, Mrs Haroy o la memoria  de la ballena, Granises, 2023

Portugal
Jean Portante, Depois do Tremor, Editora Exclamação, 2023

Türkei
Tullio Forgiarini, Céruse (Hydre Éditions, 2020)
Veröffentlicht bei New Human Publisher (November 2024)
Übersetzt von Deniz Gunce Demirhisar

Im zweiten Jahr in Folge präsentiert Kultur | lx – Arts Council Luxembourg vom 21. bis 24. März die Vielfalt der luxemburgischen Literatur- und Verlagslandschaft mit einem nationalen Stand auf der Leipziger Buchmesse.

Sieben luxemburgische Verlage (Capybarabooks, Éditions Guy Binsfeld, Editions Phi, Hydre Éditions, Kremart Editions, Op Der Lay und Point Nemo Publishing) stellen in Leipzig, auf der zweitgrößten Buchmesse Deutschlands, ihre Neuerscheinungen des Frühjahrs vor.

Mit ihren Lesungen und Autorenvorstellungen ist diese Veranstaltung sowohl ein wichtiges Instrument für die Bekanntmachung und Verbreitung von Werken und Schriftsteller:innen aus Luxemburg als auch eine hervorragende Plattform für die Knüpfung persönlicher Kontakte sowie den Austausch mit Fachpublikum und Öffentlichkeit.

Im Rahmen des Festivals Leipzig liest nehmen drei luxemburgische Autor:innen an einer Lesung teil, die gleichzeitig Ausgangspunkt für Gespräche und Diskussionen ist:

Samstag, 23. März um 21.00 Uhr | Lesung und Austausch „Ich und die anderen“
Mit: Ulrike Bail (im halblichten geäst deines atems, Conte Verlag, 2023 )
Raoul Biltgen (Meine Insel. Eine Robinsonade, Hydre Editions, 2023)
Guy Helminger (Das Geräusch der Stillleben, Capybarabooks, 2023)

Moderation: Katrin Hillgruber (Journalistin und Literaturkritikerin, Deutschland)
Veranstaltungsort: die NaTo – Leipzig

Zwischen Introspektion und der Beziehung zu anderen und der Welt an sich lassen uns drei namhafte Autor:innen der luxemburgischen Literaturlandschaft in ihre Erzählungen und Gedichte eintauchen. Sie erkunden eine einsame Insel, eine Familie sowie verschiedene Individuen, die Objekten und Umgebungen scheinbar hilflos gegenüberstehen, erforschen die zugrundeliegenden Beziehungen und beleuchten die Knotenpunkte zwischen Kultur und Natur.

Besuchen Sie uns am Stand „Books From Luxembourg“ | Halle 4, Stand C303 – vom 21. bis 24. März.

In 2024 setzt Kultur | lx seine Reihe von „Carte blanches“ fort. Auf ein Jahr, in dem die Illustration unsere Homepage mit Werken von Dirk Kesseler, Irina Moons und Keong-A Song dominierte, gefolgt von einem Jahr, das dem Video mit Werken von Suzan Noesen und Justine Blau gewidmet war, startet Kultur | lx einen Zyklus rund um die digitale Kunst, der mit dem Werk Artificial God der luxemburgischen Künstlerin und XR-Regisseurin Laura Mannelli beginnt.

„Artifical God ist ein digitales Werk, das mithilfe einer KI erstellt wurde. Die KI ließ sich vom Rorschach-Test inspirieren, um eine Reihe von Illustrationen in eine Videosequenz umzusetzen. Das Werk konfrontiert einen Kultfilm aus den 20er Jahren, Fritz Langs Metropolis, und insbesondere seinen humanoiden Roboter Futura, mit einem ebenso kultigen Text aus den 80er Jahren, Donna Haraways Cyborg Manifesto. Während Fritz Langs Film zum ersten Mal einen Roboter im Kino zeigt, wird das Bild der bösen, zauberhaften Frau gewählt, um einen Roboter zu verkörpern, der in der Lage ist, Chaos unter den Menschen zu verursachen. Ausgehend von dem abschließenden Gedanken des Cyborg-Manifests, Ich bin lieber ein Cyborg als eine Göttin, wollte ich Maria aus ihrer Situation als Frau befreien, die zwischen der Figur einer verehrten heiligen Frau in ihrer menschlichen Version und der Figur einer bösen, hexenhaften Frau in ihrem Roboterpendant gefangen war. Während Fritz Langs Film also nahelegt, dass Maschinen in der Lage sind, Menschen zu kontrollieren, zu manipulieren und zu versklaven, ist Maria durch Donna Haraways Figur des Cyborgs im Gegenteil in der Lage, sich von ihren Kontrollsystemen zu befreien, um sich von starren Kategorien, sei es in Bezug auf Geschlecht, Natur oder sozialen Status, zu emanzipieren. So inszeniert das Video die hypnotische Transmutation von Maria in einen übermächtigen Mecha. Mechas sind riesige robotische Behälter, die mit Technologien gespickt sind, die es ihren menschlichen Wirten ermöglichen, übermenschliche Fähigkeiten zu erlangen. Eine Art, das unaufhörliche Streben des Menschen anzuprangern, sein menschliches Dasein zu überwinden und zu einer Art künstlichem Gott zu werden.„, erläutert die Künstlerin.

Entdecken Sie ihr Werk auf der Startseite unserer Website.

Mit einer Reihe von Werken, in denen verschiedene Künstler:innen ihr Ego zugunsten einer tiefgreifenden Erforschung der kollektiven Kreativität durch das Medium des Klangs ablegen, bricht das Projekt des luxemburgischen Pavillons mit dem Konzept der individuellen künstlerischen Urheberschaft.

Der Titel A Comparative Dialogue Act bringt das Wesen dieses experimentellen Projekts auf den Punkt: In einer immersiven Welt lassen die Erkundung verschiedener Klangsprachen sowie die Auseinandersetzung mit dem Dialog jenseits des Visuellen den Klang zum Werkzeug der Verständigung werden.

Diese Ausstellung erforscht die transformative Kraft des Klangs als Medium für Verbundenheit und Verständnis. Sie zielt darauf ab, die durch eine singuläre Sichtweise gesetzten Grenzen zu überschreiten, die dem Klang ein mitunter ungeahntes Potenzial der Interpretation, Verfremdung und Aneignung zukommen lassen.

Als Infrastruktur für die Übertragung von Klängen nutzt der Pavillon die Technologie für die Entwicklung eines lokalen Experiments, das die Wissensvermittlung sowie das Konzept „Work in Progress“ erforscht.

Im Rahmen eines Residenzprogramms, das sich über die gesamte Dauer der Kunstbiennale 2024 erstreckt, verwandelt sich der Pavillon in einen Produktionsraum, in dem jeder individuelle Ansatz zu einem gemeinsamen Werk beiträgt. Vier aufstrebende Künstler:innen mit unterschiedlichen Hintergründen finden sich hier für eine beispiellose Zusammenarbeit zusammen: die spanische Musikerin und Performerin Bella Báguena, die französische transdisziplinäre Künstlerin Célin Jiang, die türkische Künstlerin Selin Davasse sowie die schwedische Künstlerin Stina Fors. Ihre unterschiedlichen und sich dennoch überschneidenden Herangehensweisen schaffen Raum für die Gestaltung vielfältiger Berührungspunkte zwischen Identität, Performance und Klang.

Die Künstler:innen sind eingeladen, die ihre individuellen Praktiken und künstlerischen Methoden prägenden Elemente zu hinterfragen. Bis zum Beginn der Biennale Arte 2024 wird jede:r von ihnen eine ihren einzigartigen Ansatz repräsentierende Klangbibliothek erstellen, um sie schließlich als gemeinsames Instrument im Pavillon zugänglich zu machen. Im weiteren Verlauf soll diese gemeinsame Bibliothek zur Gestaltung unterschiedlicher Klanglandschaften anregen und durch das Verständnis und die Interpretation des zur Verfügung gestellten Materials die Zusammenarbeit und Gemeinschaft fördern.

Das Gesamtwerk – sowohl die Bibliotheken als auch die während der Residenzen entstandenen Arbeiten – ist dazu bestimmt, immer wieder neu arrangiert zu werden und stellt so das Konzept der Urheberschaft und Aneignung infrage.

Als integraler Bestandteil des kollektiven Kunstwerks nehmen die Künstler:innen an verschiedenen Performances teil, in deren Rahmen sie ihre Beiträge öffentlich präsentieren. Die daraus resultierende Abfolge von Stücken erscheint am Ende der Biennale Arte 2024 als Vinyl-Schallplatte.

A Comparative Dialogue führt individuelle Visionen zu einem Klangkunstwerk zusammen, das die Grenzen der zeitgenössischen Kunstproduktion verschwimmen lässt.