Panorama

Tanz
Sai_Yuko Kominami ©Boshua
Tanz

Tanz

Die Sparte Tanz in Luxemburg

Die Sparte Tanz verzeichnet in Luxemburg in den vergangenen Jahren sowohl bei den Zuschauerzahlen auch hinsichtlich der Produktion der Stücke deutliche Zuwächse. Die Tanzprogrammgestaltung in Theatern und Kulturzentren erlebte im ganzen Land einen starken Aufschwung, der bei nationalen Produktionen ebenso festzustellen war wie bei internationalen Koproduktionen oder auch Residenzen für luxemburgische und internationale Künstler:innen.

Zeitgenössischer Tanz macht in Luxemburg auf nationaler Ebene wie auch im Tanzprogramm kultureller Einrichtungen den Schwerpunkt der Bühnentanzkunst aus. Zwar feiern gelegentliche Aufführungen klassischer Tanzstücke internationaler Kompanien, Flamenco- oder Urban Dance-Produktionen große Erfolge, aber der zeitgenössische Tanz ist und bleibt die wichtigste choreografische Kunst in Luxemburg. Die heutige große Vitalität dieser Sparte ist das Ergebnis einer langen Entwicklung und vieler harter Arbeit.

©Patrick Galbats

Kurzer historischer Abriss

Bühnentanz hat keine echte Tradition in Luxemburg. Zwar gab es eine lange Tradition der Volks- und Folkloretänze bei Tanz- und Kirchweihfesten, aber der von ausländischen Ensembles präsentierte professionelle Tanz hielt erst in den 1970er- bis 1980er-Jahren Einzug in die Programme der städtischen Bühnen. Die Gastchoreograf:innen, u. a. Béjart, Kylian und Neumeier, zeugen nicht nur von der hervorragenden Qualität dieser Importproduktionen, sondern geben auch einen Hinweis auf die damalige Vorliebe für das bereits Etablierte.

1985 fand auf Initiative von Marc Olinger, Direktor des Théâtre des Capucins, Christiane Eiffes, damals Tanzlehrerin am Conservatoire de la Ville de Luxembourg, und Normando Torres, Initiator des Festival de la Grand’Place in Brüssel, erstmalig das Festival Cour des Capucins statt. Es war der couragierte Versuch, dem damals noch neuen, ungewöhnlichen und oft unverstandenen zeitgenössischen Tanz den Weg zu bereiten. Junge Choreograf:innen wagten es, das gestische Vokabular zu hinterfragen und präsentierten ihre Vorstellung einer anderen Kultur der choreografischen Kunst. Zögerlich fanden auch die Werke luxemburgischer Choreograf:innen Einzug in die Programme und boten dem Publikum Gelegenheit, den Tanz „made in Luxembourg“ kennenzulernen.

1994 wurde unter der Ägide des Ministeriums für Kultur das Theâtre Dansé et Muet (TDM) ins Leben gerufen; es fasste verschiedene Vereine, Konservatorien, private Ausbildungsstätten und Festivals in einer Struktur zusammen. Ziel damals war es, die Synergie zwischen den verschiedenen Akteur:innen des zeitgenössischen Tanzes und des Bewegungstheaters zu fördern und die Entwicklung der Tanzkunst durch eine subventionierte Einrichtung zu konsolidieren.

Die ersten Tanzproduktionen zwischen 1995 und 2000 waren geprägt von den Choreografen Manou Thein, Bernard Baumgarten und Jean-Guillaume Weis. In den folgenden Jahren sind zu nennen: Annick Pütz, Sylvia Camarda, Anne-Mareike Hess, Gianfranco Celestino, Hannah Ma oder auch Anu Sistonen sowie Yuko Kominami.

Nach zehnjährigem Bestehen des Tanztheaters war die Änderung der Satzung und der Vereinbarung mit dem Ministerium für Kultur 2005 der notwendige Schritt in das Abenteuer der Professionalisierung des Tanzes: aus TDM wurde TROIS C-L – Centre de Création Chorégraphique Luxembourgeois. Als Ort, der dem zeitgenössischen Tanzschaffen gewidmet ist hat TROIS C-L heute vor allem zwei Hauptaufgaben: Unterstützung der luxemburgischen Choreograf:innen und Kompanien in ihrem Schaffensprozess und bei der Sensibilisierung des Publikums für den zeitgenössischen Tanz.

Tanz heute

Dieser Dynamik folgend nahmen die großen Häuser und Kulturzentren vermehrt choreografische Aufführungen in ihr Programm auf und stellten damit die Entwicklung der Sparte Tanz unter Beweis. In diesem Zusammenhang zu nennen sind die Théâtres de la Ville de Luxembourg, das Escher Theater, das Kulturzentrum Kinneksbond in Mamer, Neimënster, das Mierscher Kulturhaus, das Centre des Arts Pluriels ( CAPE) in Ettelbrück, das Centre Culturel Régional Opderschmelz in Düdelingen, die Kulturfabrik in Esch-sur-Alzette, die Rotondes in Luxemburg und das Cube 521 in Marnach. So werden jährlich mehr als hundert Tanzspektakel zur Aufführung gebracht und die Liste der internationalen Gastchoreograf:innen und -kompanien zeugt vom Interesse der Häuser und auch des Publikums: unter anderem zu nennen sind Anne Teresa de Keersmaeker, Josef Nadj, Sascha Waltz, Hofesh Shechter, Akram Khan, Mourad Merzouki, Sidi Larbi Cherkaoui, Lloyd Newson, Angelin Preljocaj, Peeping Tom, William Forsythe, ohne dabei neue lokale und internationale Choreograf:innen zu vernachlässigen. Viele dieser internationalen Kompanien werden zu Residenzen eingeladen, um ihre Werke zu vollenden und eine Uraufführung oder Vorpremiere ihrer Stücke auf Luxemburger Bühnen zu präsentieren.

Anfangs überschatteten die ins Großherzogtum eingeladenen großen Namen der Bühnenkunst die öffentliche Aufmerksamkeit zum Nachteil einheimischer Produktionen, was heute längst nicht mehr der Fall ist. Die Luxemburger Choreograf:innen und Tanzkompanien sind zahlreicher und professioneller geworden und viele von ihnen haben über die Landesgrenzen hinaus an Renommee gewonnen.

Heute sind nicht weniger als 25 Choreograf:innen in Luxemburg und im Ausland aktiv, gleichzeitig sind durchschnittlich 150 internationale Auftritte aller Choreografiekünstler:innen pro Jahr zu verzeichnen.
Die Choreograf:innen der neuen Generation entwickeln und realisieren ihre Produktionen auf internationaler Ebene. Choreografinnen wie Anne-Mareike Hess, Simone Mousset, Sarah Baltzinger, Léa Tirabasso, Jill Croviser, Élisabeth Schilling, Annick Pütz und Valerie Reding sind international sehr gefragt. Die steigende Zahl der Aufführungen und Residenzen im Ausland ist ein Beweis für ihr Talent und ihren Einsatz.

Die Künstler:innen der jüngsten Generation stehen dem in nichts nach und arbeiten konsequent am Aufbau ihrer Netzwerke. Zu diesen Künstler:innen zählen Baptiste Hilbert und Catarina Barbosa, Jennifer Gohier und Grégory Beaumont, Giovanni Zazzera, Tania Soubry, Annick Schadeck, Rhiannon Morgan, William Cardoso, Saeed Hani sowie Georges Maikel.

Dieser fruchtbare Boden, der seit über 25 Jahren bereitet wurde, ist auch für junge ausländische Choreograf:innen, die sich in Luxemburg niedergelassen haben, attraktiv.

The passion of Andrea 2_Simone Mousset ©Sven Becker

Interessant ist, dass die zeitgenössische Choreografie in Luxemburg mehrheitlich von Frauen geprägt wird. Außerdem sind die in der hiesigen Kunstlandschaft vertretenen ästhetischen Ansätze sehr vielfältig und zeigen eine große Bandbreite an Stilen, Techniken und Einflüssen, die alle geprägt sind von einer großen Affinität für Interdisziplinarität. Innerhalb der Luxemburger Szene ist es für Choreograf:innen nicht unüblich, mit Künstler:innen anderer Disziplinen zusammenzuarbeiten. So sind häufig Produktionen zu sehen, an denen Künstler:innen unterschiedlicher Sparten beteiligt sind. Bei ihren Produktionen arbeiten Choreograf:innen auch mit Komponist:innen, Bühnen- und Kostümbildner:innen oder auch Licht- und Tontechniker:innen zusammen. An einem Stück ist also immer eine Vielzahl an Berufen aus der Theaterbranche beteiligt.

Auf der Suche nach vielfältigeren und persönlicheren ästhetischen Ausdrucksformen werden sie auch von der Theaterleitung sowie öffentlichen und privaten Einrichtungen unterstützt. In Luxemburg werden jährlich zwischen 15 und 20 Stücke von Choreograf:innen inszeniert. Hinzu kommen internationale, von verschiedenen Theatern unterstützte Koproduktionen.

Auch wenn von einem eigenständigen nationalen Repertoire der choreografischen Kunst in Luxemburg noch nicht die Rede sein kann, wird auf die bisherigen Bemühungen, insbesondere für den Aufbau eines Luxemburger Choreografiearchives, verwiesen: Im Centre National de Littérature / Lëtzebuerger Literaturarchiv (CNL) in Mersch hat die wissenschaftliche Mitarbeiterin Daniela Lieb es sich zur Aufgabe gemacht, sämtliche Daten des CNL über die Geschichte des Tanzes in Luxemburg zusammenzutragen.

Ausbildung

In Luxemburg gibt es drei Konservatorien: das Conservatoire de la Ville de Luxembourg, das Conservatoire de Musique d’Esch-sur-Alzette und das Conservatoire de Musique du Nord. Parallel dazu bieten mehrere Musikschulen, Privatschulen und Tanzverbände intensive und qualitativ hochwertige Aktivitäten im Bereich Tanzunterricht an.

Dennoch gibt es derzeit keine professionelle Tanzausbildung. Der Tanzunterricht in den höheren Klassen der Konservatorien bietet den Studierenden eine berufsvorbereitende Ausbildung. Aus diesem Grund entscheiden sich viele junge Tänzer:innen, ihre Berufsausbildung nach dem Abschluss an den großen internationalen Ausbildungszentren in Europa und anderen Ländern fortzusetzen, sofern sie die anspruchsvollen Aufnahmeprüfungen bestehen.

Im Anschluss an diese internationale Ausbildung entscheiden sie sich für eine Laufbahn als Tänzer:in bzw. Schauspieler:in oder als Tanzlehrer:in. Einige erhalten Engagements bei internationalen Choreograf:innen oder Kompanien, während andere nach Luxemburg zurückkehren, um Unterricht zu geben oder Teil der Luxemburger Szene zu werden.

Die jungen Menschen werden bei ihrer Entscheidung unterstützt und begleitet. Unter anderem spielt die Confédération Nationale de la Danse (CND) bei der Betreuung der werdenden Künstler:innen eine wichtige Rolle. Im November 2020 richtete die CND Luxembourg eine Junior Company bestehend aus zehn jugendlichen Tänzer:innen im Alter von 13 bis 16 Jahren ein, die mit Luxemburger oder internationalen Choreograf:innen zusammenarbeiten, dabei jedoch im Schulsystem und in ihrer Tanzschule verwurzelt bleiben.

Darüber hinaus bemüht sich TROIS C-L, den Kontakt zu den jungen Tänzer:innen, die eine Berufsausbildung im Ausland beginnen, aufrechtzuerhalten, um sie bei ihrem Einstieg ins Berufsleben zu begleiten. Diese Unterstützung erfolgt in Form von Stipendien und Programmen, insbesondere zur Förderung der Entwicklung ihrer eigenen choreografischen Arbeit; hier sind in erster Linie Les Émergences und Les Nouveaux.velles Créateurs.trices zu nennen.

SAHASA_Jill Crovisier ©Noah Bach

Fördereinrichtungen und -programme

Neben den Kultureinrichtungen, die Choreografieaufführungen produzieren oder koproduzieren, leisten verschiedene Stellen finanzielle und/oder organisatorische Unterstützung für Choreograf:innen; als Erstes zu nennen ist hier das Ministerium für Kultur, das Förderungen für Kulturschaffende sowie einige spezielle Förderungen bietet. Eine Besonderheit der Luxemburger Choreografieszene ist auch, dass keine Tanzkompanie eine jährliche staatliche Förderung erhält. Allerdings hat das Ministerium für Kultur als Reaktion auf die außerordentliche Entwicklung der Tanzproduktionen in Luxemburg ein Programm für die organisatorische Unterstützung von Tanzensembles ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein dreijähriges Pilotprojekt für die Einrichtung bzw. Professionalisierung der Geschäftsstellen der Kompanien, mit dem ihnen das Instrumentarium für die Aufführung ihrer Produktionen im Ausland an die Hand gegeben werden soll.

Darüber hinaus bieten der nationale Kulturfonds FOCUNA und TROIS C-L (Centre de Création Chorégraphique Luxembourgeois) zahlreiche Möglichkeiten für Künstler:innenresidenzen im Ausland, Maßnahmen zur Förderung der Mobilität von Künstler:innen sowie Hilfen zur Unterstützung von Schaffen und künstlerischer Suche oder auch die Wiederaufnahme von Aufführungen. Die OEuvre Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte sowie zahlreiche Privatstiftungen unterstützen punktuell einzelne Projekte finanziell. Auch die Fédération Luxembourgeoise des Arts de la Scène (FLAS) leistet punktuelle Unterstützung bei der Koordination bestimmter Veranstaltungen auf nationaler und internationaler Ebene.

Einige nationale Einrichtungen haben Programme für assoziierte Künstler:innen eingerichtet, die Choreograf:innen, die sich in Luxemburg niedergelassen haben, diese Möglichkeit bieten, mit dem Ziel, die Arbeit der Künstlerin oder des Künstlers in den Mittelpunkt der kulturellen und künstlerischen Aktivitäten des Ortes zu stellen. Das ist der Fall in Neimënster, im Escher Theater, TRIFOLION Echternach und in der Kulturfabrik. Andere Häuser stellen ihre Räumlichkeiten für das Erforschen, Proben und für Aufführungen zur Verfügung.

Seit 1985 und dem Festival Cour des Capucins, das seit 2005 unter dem Namen Danz Festival Lëtzebuerg firmiert, haben mehrere Festivals in Luxemburg das Interesse der Öffentlichkeit an zeitgenössischem Tanz geweckt und weiter verstärkt. In diesem Zusammenhang zu nennen sind das Aerowaves Dance Festival Lëtzebuerg, das seit 2015 alle zwei Jahre gemeinsam von TROIS C-L und Neimënster veranstaltet wird und aus der Kooperation der beiden Institutionen innerhalb des europäischen Netzwerks Aerowaves – Dance across Europe entstanden ist. Dieses durch die Europäische Union geförderte Programm wurde 1996 eingerichtet; das heute aus 45 Partnern in 33 europäischen Ländern bestehende Netzwerk für Tanz soll die avantgardistischsten und innovativsten Angebote europäischer Choreograf:innen präsentieren. Das gemeinsam von Théâtres de la ville, Théâtre du Centaure, Enoa und TROIS C-L veranstaltete TalentLab wurde mit dem Ziel geschaffen, eine Lösung für eine bessere Betreuung, Begleitung und Unterstützung aufstrebender Talente in den Bereichen Theater, Tanz und Oper in Luxemburg zu finden. TalentLAB präsentiert sich als ein Festival, das Creativity Lab, Diskussionsplattform und Aufführungen von Darbietungen miteinander verbindet. Ebenfalls zu erwähnen ist das FlamencoFestivalEsch, das jedes Jahr in Esch-sur-Alzette und in Luxemburg-Stadt veranstaltet wird. Das von der Kulturfabrik und dem Círculo Cultural Español Antonio Machado organisierte Festival soll Interessierten die Kunst des Flamenco in seinen verschiedenen ästhetischen Ausprägungen näherbringen. Das „Intra-Urban“-Festival, das von der Stadt Luxemburg in Zusammenarbeit mit dem Tourismusbüro der Stadt (LCTO) für Laien organisiert wird, zeichnet sich dadurch aus, dass verschiedene städtische Tanzstile in Szene gesetzt werden. Andere interdisziplinäre Festivals wie das Festival de Wiltz, das Fundamental Monodrama Festival oder auch das Hochofenfest in Esch/Belval bieten Tanzevents aller Stilrichtungen. Eine Vielzahl von Veranstaltungen, die von den Kulturämtern verschiedener Städte und privaten Organisationen sowie von Museen und Galerien angeboten werden, sind dem nationalen und internationalen Tanz gewidmet.

©Sven Becker

Nationale und internationale Anerkennung

Die internationale Mobilität von Künstlerinnen und Künstlern ist eine der Prioritäten des Ministeriums für Kultur und wird in erster Linie durch Kultur LX, TROIS C-L und den FOCUNA gefördert. Zu den wichtigsten Veranstaltungen, mit denen Luxemburg seine zeitgenössische Choreografieszene auf internationaler Ebene fördern will, zählen die Internationale Tanzmesse nrw, das Festival Off Avignon, die Tanzbiennale in Lyon sowie die Veranstaltungen der Netzwerke Aerowaves und Grand Luxe. Zu diesen Großereignissen, wenn auch eher am Rande, zählen zudem die Weltausstellung in Shanghai 2010 und demnächst in Dubai, bei denen im luxemburgischen Pavillon die Arbeiten nationaler Choreograf:innen und Künstler:innen präsentiert werden.

Darüber hinaus stellen die Residenzen, die Focuna den Ufer Studios Berlin und der Chapelle Sainte-Marie im französischen Annonay anbietet, wichtige Instrumente für die Profilierung des zeitgenössischen Tanzes in Luxemburg außerhalb des Großherzogtums dar. Mehrere Residenzaustauschprogramme, die TROIS C-L mit seinen internationalen Partnern eingerichtet hat, bieten Choreograf:innen ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten, ihre Werke außerhalb der Landesgrenzen zu präsentieren. Als Mitglied verschiedener internationaler Netzwerke hat TROIS C-L so die Möglichkeit, die Arbeit der Luxemburger Choreograf:innen zu fördern.

Verschiedene luxemburgische Choreograf:innen erhielten zahlreiche nationale und internationale Preise. Seit 2011 vergibt das Ministerium für Kultur alle zwei Jahre einen luxemburgischen Tanzpreis, der die künstlerischen Verdienste einer Choreografin bzw. eines Choreografen oder einer Tänzerin oder eines Tänzers im Bereich der choreografischen Kunst würdigen soll. Die Preisträger:innen sind: Sylvia Camarda (2011), Giovanni Zazzera (2013), Anne-Mareike Hess (2015), Simone Mousset (2017) und Jill Crovisier (2019).

Art. 13 Runway_ Sandy Flinto ©Boshua

Medienberichterstattung und Kulturvermittlung

Dank der hohen Qualität der an den verschiedenen Veranstaltungsorten aufgeführten Werke nimmt Tanz einen wichtigen Platz in der landesweiten Presseberichterstattung ein. Der wachsende Erfolg Luxemburgs auf internationaler Ebene hat das Interesse der Medien noch verstärkt. Es gibt zahlreiche von Kultureinrichtungen organisierte Begegnungen zwischen Presse und Künstler:innen, die Gelegenheit zum exklusiven Austausch bieten. Viele unabhängige Journalist:innen und Blogger:innen, die zum Thema Kunst und Kultur publizieren, interessieren sich für die Arbeit der Luxemburger Choreograf:innen. Das trifft besonders auf den Blog La Glaneuse zu, der sich mit zeitgenössischem Tanz in Luxemburg befasst.

Ein weiterer Austausch mit dem Publikum findet über Konferenzen und Events statt. Einige Theater bieten nach den Aufführungen Bühnengespräche für das Publikum an, um diesem den jeweiligen Ansatz der Kulturschaffenden zu vermitteln und eine Diskussion über die Werke zu ermöglichen. Alle Einrichtungen und Theater leisten über die schulischen und außerschulischen Institutionen viel Aufklärungsarbeit in Bezug auf die darstellenden Künste bei jungen Menschen. Die Rotondes und die Théâtres de la Ville de Luxembourg sind die Veranstaltungsorte, die sich am meisten für Kunstvermittlung bei jungen Menschen engagieren.

Obwohl einige Anstrengungen unternommen werden und Tanz bei jungen Menschen auf großes Interesse stößt, gibt es noch kein Programm „Tanz in der Schule“. Allerdings lassen Gespräche zwischen den Kultureinrichtungen, dem Ministerium für Kultur und dem Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend, auf Fortschritte in diesem Bereich hoffen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Tanz in Luxemburg integraler Bestandteil der Kulturszene ist. Luxemburg profitiert vom Reichtum dieser Sparte, in der sowohl die Künstler:innen als auch die Kultureinrichtungen Offenheit für die unterschiedlichsten, innovativsten ästhetischen Ansätze, für verschiedene Einflüsse und Techniken sowie für eine Mischung von Genres und Ideen aus allen Bereichen zeigen. Die internationale Ausstrahlung der zeitgenössischen Tanzszene Luxemburgs zeugt von der hohen Qualität der Arbeit seiner Kunstschaffenden.

(TROIS C-L – Centre de Création Chorégraphique Luxembourgeois)